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Provinz und Metropole.

Metropole und Provinz

Annäherung an das Kulturlandjahr 2008

Themenübersicht


Beides – Lob der Großstadt wie die Ängste, die sie auslösen kann – ist Teil eines tiefverwurzelten Fremdelns in der abendländischen Kulturgeschichte. Die Metropole (griechisch: Mutterstadt) war immer beides: Ort der Modernisierung aber auch Zentrum der Macht, kultureller Impulsgeber und Sündenbabel, Hoffnung auf ein besseres Leben und bitteres Ende zugleich. Diese Ambivalenz zeigt sich bis heute – etwa in den Ängsten der Brandenburger vor der Länderfusion mit einem dominanten (und hochverschuldeten) Berlin. Nicht minder ambivalent ist das Bild von der Provinz. Sie hat sich in unserem Sprachgebrauch als ein Synonym für kulturelle Rückständigkeit, traditionelle Lebensentwürfe und politischen Konservatismus festgesetzt. Sprichwörtlich ist ihre Provinzialität. Mit der Enge der Provinz wollen wir nichts zu tun haben. Außer wir entscheiden uns bewusst dafür. Schließlich ist die Provinz immer auch Sehnsuchtsort gewesen, Fluchtpunkt für müde Großstadtseelen, ein Labor für ein anderes Leben jenseits des Tempos und der Zumutungen der  Metropole.